Ehrung der Ehrenamtlichen im Bayerischen Landtag  
     
 
Am Samstag, den 1.Oktober lud der Bayerische Landtag ehrenamtliche Helfer ins Maximilianeum ein, um diese für ihr unermüdliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit zu ehren. Verständlicherweise boykottierten zahlreiche Helferinitiativen diese Veranstaltung, da sie für eine Anerkennung ihrer Tätigkeit keine warmen Worten, Sekt oder Häppchen benötigen, sondern eine Landesregierung, die die Helferkreise tatkräftig unterstützt, indem sie ihnen die alltäglichen Steine der Bürokratie aus dem Weg räumt und signalisiert, dass eine Integration der Flüchtlinge wirklich gewollt ist.

Diese fehlenden Zeichen der Unterstützung und des Rückhaltes, sowie die zuletzt geäußerten populistischen Parolen, durch die sich viele Ehrenamtliche, durchaus zu Recht, fast schon persönlich angegriffen fühlten, führten dazu, dass sich nur eine Handvoll Koordinatoren des Asylhelferkreises Puchheim auf den Weg in den Landtag machte. „Wenn man nicht hingeht, dann kann man auch nichts sagen“ lautete dann am Samstag unsere Devise. In der Hoffnung auch tatsächlich zu Wort zu kommen, waren wir darauf vorbereitet die bestehenden Missstände anzusprechen, den Politikern unbequeme Fragen zu stellen und sie mit den täglichen Problemen der Ehrenamtlichen im persönlichen Gespräch zu konfrontieren.

Mit im Gepäck unserer kleinen Abordnung befand sich deshalb ein „Wunschzettel“, in vielfacher Ausführung, auf dem fünf Forderungen, sowie zwei Beispiele des alltäglichen Helferwahnsinns aufgelistet waren. Aus diplomatischen Gründen hatten wir auf die Bezeichnung „Denkzettel“ verzichtet.
Natürlich hätte unser „Wunschzettel“ durch zahlreiche weitere Wünsche und zahllose weitere Beispiele ergänzt werden können.

Unsere vorrangigsten Wünsche waren:

1. Eine zentrale Anlaufstelle der bayerischen Regierung für die Belange sämtlicher
    bayerischer Helferkreise
2. Eine Beschleunigung des sozialen Wohnungsbaues
3. Eine schnellere Integration
4. Eine Landesregierung mit Vorbildcharakter
5. Eine Beschleunigung der Verfahren im Bezug auf Familienzusammenführung
    und Abschiebung

Jeder der Punkte auf dem Zettel war einzeln erläutert und mit Beispielen versehen. Letztendlich war die Entscheidung zu diesem Empfang zu gehen gut. Wir kamen ins Gespräch mit einem Mitarbeiter des BAMF, der sich nicht nur von uns viele Beschwerden anhören und vielen Fragen stellen musste, etlichen Politikern und Landtagsabgeordneten und verteilten unsere Wunschzettel fleißig an Frau Stamm (Landtagspräsidentin CSU), Frau Bause (Fraktionsvorsitzende der Grünen), Frau Seehofer, die von ihrem Mann vorgeschickt worden war und noch nicht einmal etwas zum Schreiben dabei hatte, Herrn Stöttner, (Landtagsabgeordneter der CSU vom Landkreis Rosenheim), mit dem wir fast eine halbe Stunde sprachen und der sich mit uns wunderte, dass unser Landtagsabgeordneter von Fürstenfeldbruck, Reinhold Bocklet nicht anwesend war. Außerdem wurden wir vom Presseteam des Bayerischen Landtages und des Bayerischen Rundfunks interviewt und überreichten auch hier unseren Wunschzettel.


Die anwesenden Ehrenamtlichen aus ganz Bayern nutzten den Empfang dazu, den Politikern einmal wirklich empfindlich auf den Zahn zu fühlen. Die Gelegenheit zum intensiven Austausch gab es jedenfalls. Ob diese Gespräche, Wünsche, Forderungen und Schilderungen der alltäglichen Schwierigkeiten letztendlich tatsächlich positive Auswirkungen auf das zukünftige Miteinander der Politik und der Ehrenamtlichen haben, wird sich zeigen. Den Versuch war es auf jeden Fall wert!

                                                                                                                                                                                  Daniela Schulte
 
     
    
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